literatur

Atompolitik: Plädoyer gegen die nukleare Renaissance

(nf/red/21.03.10) Dass die Atomkraft eine Hochrisiko-Technologie ist, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Dennoch betreiben führende Politiker weltweit die Renaissance der bereits überwunden geglaubten Kernenergie im Bereich der zivilen Nutzung. Kritikern halten sie entgegen, Atomkraft sei die wichtigste Brückentechnologie bei der Umstellung auf regenerative Energiequellen.

Dabei sind die zentralen Probleme der Kernkraft nach wie vor ungelöst: Entsorgung des Atommülls, Sicherheit der Kraftwerke und die Verbreitung waffenfähigen Materials. Nicht zuletzt deshalb blickt die Weltgemeinschaft mit großer Sorge auf die ambitionierten Atompläne des Iran und rüstet sich gegen die Gefahr, dass Terroristen in den Besitz von Atomwaffen kommen.

Wie eng zivile und militärische Nutzung der nuklearen Technologie verbunden sind, beleuchtet die US-Autorin Stephanie Cooke. Ihr Buch "Atom - Die Geschichte des nuklearen Zeitalters" ist ein fundierter Rundumschlag gegen die gefährliche Verlängerung der atomaren Ära. Der Titel ist bei Kiepenheuer & Witsch erschienen.


Originaltext von Kiepenheuer & Witsch:

+++Stephanie Cooke lüftet das schmutzige Geheimnis der Atomindustrie: den unlösbaren Zusammenhang zwischen der »friedlichen« und der militärischen Nutzung der Kernenergie. Ihre umfassende und spannend erzählte Geschichte des Nuklearzeitalters – von der Hiroshima-Bombe bis Tschernobyl, von dem Versprechen einer billigen, sauberen Energie bis hin zum Klimaargument der »Brückentechnologie« – zeigt, dass wir uns von der Atomtechnologie verabschieden müssen, wenn wir weitere Katastrophen verhindern wollen.

Diese umfassende Geschichte des Nuklearzeitalters, die mit dem von (...) Robert Oppenheimer geleiteten Manhattan-Projekt einsetzt, mit dem die USA während des Zweiten Weltkriegs die Atombombe entwickelten, erscheint zur rechten Zeit. Zum einen wachsen heute die Sorgen vor einer weiteren Verbreitung von Atomwaffen – Stichwort Iran –, andererseits wird einer »nuklearen Renaissance« das Wort geredet, die im Kampf gegen den Klimawandel vonnöten sei. Zu Beginn dieses sonderbaren Zeitalters, dessen skurrile und abgründige Seiten Cooke intensiv beleuchtet, wollte man glauben, dass die Atombombe Kriege für immer verhindern würde. Und es herrschte ein naiver Fortschrittsglaube an eine saubere, billige und ewig zur Verfügung stehende Energiequelle. Was Politiker, Militärs und Energiekonzerne stets verschwiegen: Bombe und Akw sind siamesische Zwillinge, und die Propaganda für »sauberen« Atomstrom war stets auch dem Streben nach waffenfähigem Spaltmaterial geschuldet. Keines der Probleme, die mit dieser Technologie verbunden sind, ist gelöst: Die Endlagerfrage für hochradioaktiven Atommüll ist weltweit nicht beantwortet, die Sicherheit von Akws nicht gewährleistet, und es gibt immer noch Zehntausende von Atomsprengköpfen auf der Welt, die die Menschheit mehrfach auslöschen könnten. Dieses Buch ist ein Appell, die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen.+++

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