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Klimawandel: Eisschmelze in der Arktis schreitet dramatisch voran - Geringste Ausdehnung der Meereisflächen seit Beginn der Messungen
(nf/red/09.09.11) Forscher schlagen Alarm: Jüngste Messungen von Umweltphysikern der Universität Bremen haben ergeben, dass die Meereisflächen in der Arktis derzeit so klein sind wie noch nie seit Beginn der Beobachtungen. Die Eisschmelze schreite weiter voran. Der Rückgang des sommerlichen Eises betrage seit 1972 bereits 50 Prozent, teilten die Wissenschaftler mit. Dies sei Folge der vom Menschen verursachten Klimaerwärmung mit globalen Konsequenzen. Unmittelbar bedroht sehen die Forscher unter anderem die Lebensgrundlage von Kleinlebewesen, die "Ausgangspunkt der Nahrungskette auch für uns Menschen sind".

Orginaltext der Universität Bremen:

+++ Alarmierende Meldungen aus der Arktis: Die Ausdehnung des arktischen Meereises hat am 8. September 2011 mit 4,24 Millionen km² ein neues historisches Rekordminimum erreicht. Umweltphysiker der Universität Bremen bestätigten jetzt die seit Juli 2011 bestehende Befürchtungen, dass die Eisschmelze der Arktis weiter voranschreitet und sogar das bisherige historische Meereisminimum von 2007 übertroffen worden ist, eine weitere Konsequenz der Menschen gemachten Klimaerwärmung mit globalen Konsequenzen. Unmittelbar wird die Lebensgrundlage von Kleinlebewesen, Fischen, Vögeln und Säugetieren wie Eisbären und Robben mehr und mehr eingeschränkt.

Die Arbeitsgruppe von Dr. Georg Heygster unter der Leitung von Professor Justus Notholt im Institut für Umweltphysik der Universität Bremen untersucht seit vielen Jahren die Meereisausdehnung mit Hilfe von Satellitenmessungen. Sie erstellen mit Förderung der ESA täglich Karten der aktuellen Meereisausdehnung, die jedermann unter http://www.iup.uni-bremen.de/seaice/amsr/  einsehen kann. „Der Rückgang des sommerlichen Eises beträgt seit 1972 bereits 50 Prozent. Für Kleinlebewesen, die an der Unterseite des Eises leben und gleichzeitig Ausgangspunkt der Nahrungskette auch für uns Menschen sind, bleibt immer weniger Lebensraum“, schildert Dr. Georg Heygster die Folgen der arktischen Meereisschmelze. Denn die Kleinlebewesen benötigen einige Zeit, um sich an der Unterseite des Eises anzusiedeln. Sie stehen am Beginn der Nahungskette für Fische, Säugetieren und auch Menschen.

Die Ausdehnung des arktischen Meereises besitzt einen ausgeprägten Jahresgang mit etwa 15 Millionen km² im März und fünf Millionen km² im September. In 2007 waren es jedoch nur 4,267 Millionen km², dem bislang niedrigsten Wert seit Beginn der Satellitenbeobachtungen 1972 und mit hoher Wahrscheinlichkeit seit dem letzten Klimaoptimum vor etwa 8000 Jahren. Der aktuelle Wert ist um 27000 km² oder 0,6 Prozent geringer und könnte in den nächsten Wochen noch geringfügig weiter abnehmen. Die Eiskarten des Instituts zeigen zudem, dass in diesem Jahr auch wieder Nordost- und Nordwestpassage gleichzeitig eisfrei sind. Erstmals war dies in 2008 eingetreten. Inzwischen beginnt die kommerzielle Nutzung der Nordwestpassage. 2008 hatte Beluga sie mit zwei Schiffen durchfahren, und kürzlich wurde sie in der Rekordzeit von nur acht Tagen von einem Tanker auf der Fahrt von Huston, Texas nach Map Ta Phut, Thailand bezwungen.

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