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Konjunktur: Experten erwarten Schwächephase, aber keinen Absturz - Stimmung erstmals seit neun Monaten wieder im Aufwärtstrend
(nf/red/13.12.11) Unter Finanzmarktexperten deutet sich möglicherweise ein zaghafter Stimmungsumschwung an. Erstmals seit neun Monaten sind ihre Erwartungen an die künftige wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland wieder gestiegen, wie die neueste Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ergeben hat. Der entsprechende Indikator bewegte sich demnach leicht ins Plus. Der Abwärtstrend bei den Konjunkturerwartungen sei gestoppt, teilte das ZEW mit. Zwar rechneten die befragten Experten weiterhin mit einer Abschwächung der Dynamik im kommenden Halbjahr, jedoch nicht mit einem Absturz der deutschen Wirtschaft. Dass sich die jüngsten Gipfelbeschlüsse zur Stabilisierung der Eurozone positiv auf die Stimmungslage ausgewirkt haben könnten, schließen die ZEW-Forscher nicht aus. Dafür spricht, dass sich auch die Konjunkturerwartungen für den Euroraum verbessert haben.

Originaltext des ZEW:

+++ Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sind im Dezember 2011 um 1,4 Punkte gestiegen und stehen nun bei minus 53,8 Punkten. Dieser leichte Anstieg beendet einen neunmonatigen Abwärtstrend. Mit dem aktuellen Wert befinden sich die ZEW-Konjunkturerwartungen unter ihrem historischen Mittelwert von 24,6 Punkten.

Die Verunsicherung der Finanzmarktexperten durch die Schuldenkrise im Euroraum kommt bereits seit einigen Monaten in den negativen Konjunkturerwartungen zum Ausdruck. Auch im Dezember deutet der negative Saldo der Erwartungen weiterhin auf eine Abschwächung der konjunkturellen Lage in Deutschland im nächsten halben Jahr hin.

"Bei den Konjunkturerwartungen scheint die Bodenbildung erreicht worden zu sein," kommentiert ZEW-Präsident Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Franz. "Die Finanzmarktexperten rechnen offenbar mit einer geringeren Wirtschaftsdynamik, aber nicht mit einem Absturz der deutschen Wirtschaft im nächsten halben Jahr. Die Beschlüsse vom jüngsten EU-Gipfel mögen die Erwartungen positiv beeinflusst haben. Vorbehaltlich wichtiger Details sind sie ein wichtiger Schritt hin zu einem funktionierenden Ordnungsrahmen für die Währungsunion."

Die Bewertung der aktuellen konjunkturellen Lage für Deutschland bleibt positiv, geht aber bereits zum fünften Mal in Folge zurück. Der entsprechende Indikator sinkt im Dezember um 7,4 Punkte und notiert nun bei 26,8 Punkten.

Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone sind im Dezember um 5,0 Punkte gegenüber dem Vormonat gestiegen und liegen nun bei minus 54,1 Punkten. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum verschlechtert sich um 4,3 Punkte auf minus 44,1 Punkte.

(...) +++

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