gesellschaft

Krisenangst: Immer mehr Bundesbürger zweifeln am Euro - Mehrheit rechnet mit eigenen finanziellen Einbußen
(nf/red/07.06.12) Lange wurde der Euro als Meilenstein der europäischen Einigung geschätzt - heute dominieren die Zweifel, ob die Gemeinschaftswährung das einst Versprochene halten kann. Mehr als die Hälfte der Bundesbürger ist mittlerweile der Auffassung, die Bundesrepublik hätte besser die D-Mark behalten sollen, wie der aktuelle ARD-Deutschlandtrend von Infratest dimap ergeben hat. Dass sich die Euro- und Schuldenkrise weiter zuspitzen wird, glauben demnach 78 Prozent der Bundesbürger. 80 Prozent rechnen mit eigenen finanziellen Einbußen infolge der Krise. Trotz dieses pessimistischen Ausblicks sind 70 Prozent der Befragten immer noch davon überzeugt, dass der Euro am Ende überleben wird. Offenbar genießt die amtierende Bundesregierung in Sachen Eurokrise weiterhin Vertrauen in der Bevölkerung. Die Zufriedenheit mit der Arbeit von Schwarz-Gelb nimmt laut der Umfrage wieder zu. Überaus kritisch gesehen wird allerdings der Plan zur Einführung eines Betreuungsgeldes für Eltern, die ihre Kleinkinder zu Hause behalten wollen oder müssen. Mehr als zwei Drittel sind gegen die so genannte "Herdprämie", ebenso viele würden ihre Kinder eher in eine Kita geben.

Originaltext von Infratest dimap:

+++ Beim so genannten Betreuungsgeld bleiben die Deutschen bei ihrer ablehnenden Haltung: Nur 29 Prozent sprechen sich für die geplante Zahlung an Eltern von Kleinkindern aus, die keinen Kita-Platz in Anspruch nehmen, 69 Prozent sind dagegen. Die Ablehnung überwiegt in den Reihen aller Parteien, auch unter den Unions-Anhängern. Die Verantwortung für den voraussichtlich nicht zu einzulösenden Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz ab 2013 können die Bürger nicht eindeutig zuschreiben: 21 Prozent sehen die Bundesregierung, je 5 Prozent die Länder bzw. Kommunen, 67 Prozent jedoch Bund, Länder und Kommunen gemeinsam als verantwortlich an.

Die anhaltenden Krisennachrichten aus der Euro-Zone halten bei den Bürgern die Sorge wach, dass der Tiefpunkt der Finanz- und Währungskrise noch nicht erreicht ist (78 Prozent). Dass der Euro letztlich an der Krise zerbrechen könnte, glaubt die große Mehrheit (70 Prozent) zwar nicht. Die Dauerkrise lässt allerdings die Zweifel an der Gemeinschaftswährung wachsen: Im Unterschied zum vergangenen Herbst ist mittlerweile eine knappe Mehrheit der Ansicht (55 Prozent), Deutschland hätte besser die D-Mark behalten sollen statt den Euro einzuführen. Ähnlich groß ist die Zahl derer, die aktuell mit dem Euro mehr Nach- als Vorteile verbinden (53 Prozent) bzw. sich angesichts der Eurokrise Sorgen um die eigenen Ersparnisse machen (56 Prozent). Wenn sich Griechenland an die Einhaltung der ausgehandelten Rettungsbeschlüsse nicht hält, sollte das Land aus Sicht von 83 Prozent die Euro-Zone verlassen.

Platz 1 der Politikerrangliste belegt im Juni Finanzminister Schäuble (59 Prozent) knapp vor Kanzlerin Merkel (58 Prozent). Nach ihrem Wahlerfolg in NRW kann sich Hannelore Kraft mit 54 Prozent in der Spitzengruppe platzieren. Der neue Bundesumweltminister Peter Altmaier überzeugt wenige Tage nach Amtsantritt derzeit 29 Prozent der Deutschen, lediglich 13 Prozent geben ihm eine schlechte Note. FDP-Wirtschaftsminister Rösler verzeichnet mit einer Zustimmungsrate von 15 Prozent erneut einen persönlichen Minusrekord im ARD-DeutschlandTREND. Bundespräsident Gauck kann seinen Beliebtheitswert auf 79 Prozent ausbauen.

Wenn die Deutschen ihre/n Bundeskanzler/in direkt wählen könnten, würden sie die Amtsinhaberin Merkel allen vier derzeit diskutierten Personalalternativen von der SPD vorziehen. Dabei ist der Vorsprung Merkels besonders knapp, wenn der Herausforderer Frank-Walter Steinmeier oder Peer Steinbrück hieße.

Nach den Landtagswahlen vermag die SPD ihren Wähleranteil auf aktuell 30 Prozent (+2) auszubauen. Sie liegt damit allerdings weiter hinter der Union mit konstant 34 Prozent. Während Grüne (13 Prozent, -1), Piraten (9 Prozent, -2) und Linke (5 Prozent, -1) verlieren, erreicht die FDP erstmals seit letztem Juli wieder die 5-Prozentmarke (+1). Für die Linke ist dies der niedrigste Wert seit sieben Jahren.

Kurz vor Beginn der Fußball-Europameisterschaft sehen die Deutschen das DFB-Team als klaren Titel-Favoriten: 47 Prozent gehen davon aus, dass die deutsche Nationalmannschaft das Turnier gewinnen wird. Spanien trauen lediglich 16 Prozent die Titelverteidigung zu.

(...) +++

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