literatur

Generationenkonflikt: Nach uns die Sintflut?
(nf/red/08.09.14) Wenn es um Wohlstand und Stabilität, materielle Absicherung und persönliche Selbstverwirklichung geht, hat vermutlich kaum eine Generation jemals so viel erreicht wie die Ruheständler von heute. Wer mag es ihnen missgönnen? Doch kritische Fragen sollten erlaubt bleiben, zumal dann, wenn sich - offenbar getrieben von Sorge über die Zukunft - ein Vertreter genau dieser Altersklasse selbst zu Wort meldet. Seine eigene Generation habe zu wenig aus ihren Möglichkeiten gemacht, zu viel beansprucht und die daraus resultierenden Lasten auf Kinder und Enkel abgewälzt, postuliert der Journalist und Autor Sven Kuntze. In seinem neuesten Buch thematisiert er Aspekte wie den fortschreitenden Klimawandel, den rücksichtslosen Verbrauch von Ressourcen, die Anhäufung unermesslicher Schuldenberge oder auch den Mangel an Visionen, wie unsere Gesellschaft weiter entwickelt werden könnte. So wird Kuntzes "Die schamlose Generation" zu einer "unnachsichtigen Abrechnung", geprägt vom "zornigen Blick" auf eine "ernüchternde Bilanz". Der Titel - möglicherweise ein kräftiger Impuls für den Disput über mehr Generationengerechtigkeit - erscheint dieser Tage im C. Bertelsmann Verlag.

Originaltext des Verlags C. Bertelsmann:

+++ Unstillbare Wachstumsgier, das große Fressen auf Kosten der Zukunft, Erfinder der hirnlosen »Alternativlosigkeit« – Sven Kuntze geht mit seiner eigenen Generation hart ins Gericht. Sie hat zu viel verbraucht und zu wenig bewahrt, sie hat sich zu wenig vermehrt und wird zu alt; ihre Schulden sind gigantisch, gezahlt wird von Kindern und Enkeln. Keine Generation vorher war so selbstbestimmt, frei und in Frieden gesättigt, keine kam ihren Träumen so nahe. Und was haben sie aus diesen Möglichkeiten gemacht? Sven Kuntzes Abrechnung ist unnachsichtig, denn diese schamlose Generation hat mehr beansprucht, als ihr zusteht. Mit dem Effekt, dass Klima, Ressourcen und Visionen einer allseitigen Ökonomisierung zum Opfer gebracht wurden und werden. Er blickt zornig auf die ernüchternde Bilanz seiner Generation, die alles aufs Spiel setzt und der sich dennoch die Jungen kaum widersetzen, weil ihr Protestpotenzial durch die verständnisinnige, aber tödliche Umarmung der Älteren neutralisiert wird. Also nach uns die Sintflut – oder gibt es noch eine Chance, ein positives Zeichen zu setzen?

(...)

+++

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