gesellschaft

Armutsrisiko: Große Unterschiede zwischen den Bundesländern - Erwerbslose und Alleinerziehende am stärksten betroffen
(nf/red/29.08.17) Materieller Wohlstand ist in Deutschland höchst ungleich verteilt - auch regional betrachtet. Aufschluss darüber gibt jetzt eine Untersuchung des Statistischen Bundesamtes. Die Wiesbadener Behörde hat das so genannte Armutsrisiko in den einzelnen Bundesländern errechnet und dabei enorme Unterschiede festgestellt. Demnach verzeichnet Bremen mit 22,6 Prozent der Bevölkerung den bundesweit höchsten Anteil an Einwohnern, die in Armut leben oder von Armut bedroht sind. Ähnlich hohe Quoten weisen Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern auf, während die Südländer Bayern und Baden-Württemberg mit weitaus niedrigeren Werten am besten abschneiden. Insgesamt offenbart die Studie ein deutliches Ost-West-Gefälle. Zugleich identifiziert sie zwei Bevölkerungsgruppen. die ein besonders hohes Armutsrisiko tragen: Erwerbslose und Alleinerziehende. Als arm oder armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens zur Verfügung hat. 
  
Originaltext des Statistischen Bundesamtes:

+++ Das Armutsrisiko war – gemessen an der Armutsgefährdungsquote – im Jahr 2016 in den südlichen Bundesländern Baden-Württemberg mit 11,9 % und Bayern mit 12,1 % am geringsten. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wies das bundesweit höchste Armutsrisiko Bremen mit 22,6 % auf, gefolgt von Sachsen-Anhalt mit 21,4 % und Mecklenburg-Vorpommern mit 20,4 %. Die Armutsgefährdungsquote ist ein Indikator zur Messung der relativen Einkommensverteilung.

Deutliche Unterschiede bei den Armutsgefährdungsquoten gab es 2016 zwischen Ost- und Westdeutschland: Im früheren Bundesgebiet (ohne Berlin) hatten 15,0 % der Bevölkerung ein erhöhtes Armutsrisiko, in den neuen Ländern (einschließlich Berlin) waren 18,4 % der Menschen armutsgefährdet.

Ein besonders hohes Armutsrisiko haben Erwerbslose. Mehr als die Hälfte (52,9 %) der Erwerbslosen im früheren Bundesgebiet und mehr als zwei Drittel der Erwerbslosen in den neuen Ländern (66,9 %) waren 2016 armutsgefährdet. Im Vergleich der Bundesländer gibt es noch größere Unterschiede: Während 2016 in Baden-Württemberg 43,4 % der Erwerbslosen armutsgefährdet waren, waren es in Sachsen-Anhalt 75,6 %.

Auch Alleinerziehende und ihre Kinder sind überdurchschnittlich armutsgefährdet. 42,4 % der Alleinerziehenden-Haushalte im früheren Bundesgebiet und 46,9 % dieser Haushalte in den neuen Ländern waren 2016 armutsgefährdet. Während in Berlin 34,5 % der Alleinerziehenden-Haushalte von Armut bedroht waren, traf dies in Sachsen-Anhalt auf 60,0 % der Alleinerziehenden-Haushalte zu.

(...)

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