literatur

Hyperintelligenz: Mit Hirndoping, Schnittstelle und Mind-Upload in die Zukunft?
(nf/red/04.02.12) Wissen erwerben, Erlerntes abrufen, Zusammenhänge erkennen, Verknüpfungen herstellen, Hintergründe ausleuchten, Ideen hervorbringen, Strategien entwickeln, Folgen abschätzen, Handlungsmuster entwerfen . . . Die Facetten menschlicher Intelligenz sind so vielfältig, dass ein universelles Begriffsverständnis kaum möglich scheint. Fest steht: Intelligenz gilt in hoch entwickelten Gesellschaften als zentrale Ressource. Eine an Effizienzkriterien ausgerichtete Anwendung verspricht Wachstum, Wohlstand, Fortschritt, persönlichen Erfolg oder auch individuelles Glück. Grund genug für die Wissenschaft, nach Wegen zur künstlichen Optimierung der kognitiven Leistungsfähigkeit zu suchen: Genmanipulation, Chemiekeule oder eine technisch unterstützte Symbiose von Gehirn und Computer? Der Arzt und Neurowissenschaftler Thomas Grüter hat sich intensiv mit diesen Methoden auseinandergesetzt und sieht sie überwiegend mit Skepsis. Sein Buch "Klüger als wir? Auf dem Weg zur Hyperintelligenz" ist eine ebenso kritische wie anschauliche und unterhaltsame Bestandsaufnahme über Visionen, Versprechungen und den Versuch, in eine neue Dimension der Intelligenz vorzustoßen. Im Vorwort fragt Grüter: "Was dürfen wir erwarten, wenn die Computer selbst die klügsten Menschen hinter sich lassen?" Der Titel ist im Spektrum Akademischer Verlag erschienen.
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Drogenkrieg: Druckwellen der Gewalt
(nf/red/13.01.12) Dass sich Korruption, Kriminalität und Brutalität wie ein Flächenbrand ausbreiten und Gesellschaften ins Verderben stürzen können, zeigt das Beispiel Mexikos, wo die Drogenmafia weite Teile des Landes in ihren Würgegriff genommen hat. Gesetzlosigkeit und Entmündigung, Massaker, Mord und Totschlag, eine traumatisierte Bevölkerung und eine ohnmächtige Staatsgewalt prägen den Alltag im Herrschaftsgebiet der Kartelle und ihrer skrupellosen Handlanger. Jeanette Erazo Heufelder hat die Brennpunkte im Norden Mexikos bereist und eine eindringliche Reportagesammlung vorgelegt. Die Autorin richtet den Blick auf die Bewohner einer umkämpften Konfliktregion, über die "Druckwellen der Gewalt mit blinder, mörderischer Energie" hinwegfegen. Im Mittelpunkt stehen die Opfer, die Trauer der Menschen, ihre Angst und das beklemmende Gefühl, der Apokalypse des Drogenkriegs nicht entrinnen zu können. Der Titel "Drogenkorridor Mexiko" ist im Transit Buchverlag Berlin erschienen.
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Finanzökonomie: Destruktive Dominanz
(nf/red/26.10.11) Eine Krise jagt die nächste. Die Intervalle werden kürzer, die Ausmaße beängstigender, Folgeschäden sind kaum mehr zu überblicken. Erschüttert werden mittlerweile nicht nur "systemrelevante" Banken, sondern ganze Staaten und Staatengemeinschaften, die mühevoll aufgebaut wurden, um Frieden, Demokratie und Wohlstand zu garantieren. Scheitert Europa an der Eurokrise und was kommt danach? Ob Rettungsschirme den finalen Aufprall des weltweiten Finanzsystems tatsächlich verhindern können, bleibt vorerst offen. Sicher scheint dagegen: Ohne tiefgreifende Korrekturen lässt sich die Abwärtsspirale nicht stoppen. Unter Wissenschaftlern ist die Suche nach Ansatzpunkten längst im Gange. Der ursächliche Kern der Misere liege in einer überbordenden "Finanzialisierung" der Gesamtwirtschaft, meint etwa der kapitalismuskritische Ökonomieprofessor Christian Marazzi. In seinem Buch "Verbranntes Geld" beschreibt er, wie es dazu kommen konnte, dass auf nahezu allen Ebenen immer mehr Mittel in reine Geldgeschäfte flossen, während Investitionen in die Realwirtschaft im Verhältnis dazu hoffnungslos zurückblieben. Marazzi legt offen, welche Dimension die Dominanz des Finanzsektors inzwischen angenommen hat und plädiert vehement für grundlegend neue Regeln zur Steuerung einer Geldökonomie, die aus dem Ruder gelaufen ist. Der Titel ist im Züricher Diaphanes-Verlag erschienen.
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Umweltzerstörung: Regulieren statt plündern
(nf/red/11.07.11) Die Weltbevölkerung wächst, Nahrungsmittel werden knapper, Rohstoffe gehen zur Neige: Der wohlhabende Teil der Welt muss sich neu orientieren, will er seinen Reichtum erhalten, während es in den armen Regionen der Erde ums nackte Überleben geht. In seinem Buch "Der hungrige Planet" verfällt der Ökonom Paul Collier aber keineswegs in Weltuntergangsstimmung. Vielmehr widmet er sich den vielfältigen Chancen, die ein grundlegend veränderter Umgang mit der Natur birgt. Eine Schlüsselrolle schreibt Collier dem gezielten Einsatz von moderner Technologie zu. Auch fordert er verbindliche Regeln und globale Steuerungsmechanismen für die Nutzung natürlicher Ressourcen. Regierungen empfiehlt Collier deutlich mehr Zurückhaltung zugunsten von zivilgesellschaftlichem Gestaltungswillen. "Der hungrige Planet" sei für Menschen geschrieben, so heißt es im Vorwort, "die weder von frommem Ekel für die moderne Welt erfüllt, noch moralisch abgestumpft sind". "Moralpredigten" seien bei ihnen kaum mehr erwünscht, "sie erkennen aber auch, dass ein unbekümmertes Ignorieren der Natur große Risiken birgt". Der Titel ist bei Siedler erschienen. 
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Eurokratie: Schreckgespenst Brüssel?
(nf/red/17.06.11) Die derzeitige Krise der Gemeinschaftswährung mag Zweifel an Europa nähren. Dennoch bemisst sich der Erfolg des europäischen Projekts nicht nur nach Bruttoinlandsprodukt, Zinsniveau oder Geldwertstabilität. Ideale wie Frieden und gute Nachbarschaft, Freiheit des Individuums, Demokratie und Bürgerrechte, Wohlstand und Gerechtigkeit dürften - trotz monetärer Unwägbarkeiten - Kernkompetenzen der Europäischen Union bleiben. Wäre da nicht das Schreckgespenst einer kalten Bürokratie mit ihrer schier undurchschaubaren Regelungswut. Ist sie es, die ureigene europäische Werte mehr und mehr zersetzt, um sie am Ende womöglich ganz preiszugeben? Der brillante Hans Magnus Enzensberger hat sich dem "Monster Brüssel" angenähert und versucht der "Entmündigung Europas" auf die Spur zu kommen. Sein Essay - eine scharfe, gleichwohl um Ausgewogenheit bemühte Grundsatzkritik - ist bei Suhrkamp erschienen.
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